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Seite 25–27: Luzerner Theater
Im Original veröffentlicht im Programmheft zur Oper "Peter Grimes"
Premiere am 06.09.2025
Es war mir eine ganz besondere Freude und Ehre mit der hochgeschätzten Dramaturgin des “Luzerner Theater” zusammenzuarbeiten und mich im Rahmen eines tiefenpsychologischen Gastbeitrags im Programmheft der Oper “Peter Grimes” zu beteiligen.
Spiegelprozesse helfen uns, uns selbst zu erkennen- mit allen wunderbaren Freuden und allen abenteuerlichen Gefahren!
Es braucht nicht weniger als Heldenmut für diesen aufregenden Weg!
Fotographie: Christoph Ammon, Emmanuel Ammon
Wie schön, dies in künstlerischen und musikalischen Schaffensprozessen erleben zu dürfen. Für mich beschreibt die Schicksalsgeschichte von Peter Grimes ein kraftvolles und lebensnahes Motiv: Komplexität der Seele- Ursprünglichkeit der Bedürfnisse.
Fotographie: Christoph Ammon, Emmanuel Ammon
Menschliche Realität besteht oft aus Täter- und Opferanteilen, Graustufen und Subjektivität der Wahrnehmung, die nicht zuletzt an unsere psychische Reife gebunden ist. Verantwortung bedeutet möglicherweise, sich mit den eigenen Grenzen und Verletzlichkeiten auseinanderzusetzen.
Fotographie: Christoph Ammon, Emmanuel Ammon
Im Spannungsfeld von Wahrheit und Wahrnehmung
Dieser Text wurde im Original im Programmheft (Seite 25–27) des Luzerner Theater 06.09.2025 veröffentlicht
In «Peter Grimes» enthält uns Benjamin Britten die erlösende Antwort vor, wer Schuld an der katastrophalen Verstrickung der Ereignisse trägt. Die Oper konfrontiert uns mit unseren eigenen Grenzen des Verstehens und des Handelns – und Britten lässt uns dies aushalten. Tiefenpsychologisch könnte man von einem psychoemotionalen Kontrollverlust sprechen. Die Bewohner des englischen Küstendorfes gehen mit diesem Kontrollverlusterlebnis auf eine auffallend unreife Weise um, nämlich mit der Suche nach einem einzelnen Schuldigen und damit der «Entschuldung» von sich selbst. Das Ergebnis ist eine Spaltung der Wahrnehmung in Täter und Opfer, gut oder böse. Die Einseitigkeit dieser Lösung kennen wir aus vielen gesellschaftlichen und historisch-politischen Erfahrungen. Britten, dessen Lebenszeit von genau diesen Phänomenen der Scheineindeutigkeit geprägt war, lässt uns damit nicht durchkommen. Eine reifere Betrachtung unterscheidet nicht zwischen schwarz oder weiss. Denn bei aller Unwissenheit wird deutlich, dass nicht nur die Figur des Peter Grimes Schuld auf sich lädt. Wir sehen eine Gesellschaft, die geprägt ist von scheinheiliger Moral, in der die Heiligung des Sonntags mehr Raum einnimmt als Kindeswohl, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und der Schutz des Nächsten. Wir sehen fragwürdige Prioritäten, verstrickte Regeln und Inkonsistenzen des moralischen Normativs. «Peter Grimes» ist ein Werk von Graustufen, das unserer Realität einen künstlerischen Spiegel schenkt.
Die Psychotherapie weiss, dass die menschliche Psyche uns vor dem Bewusstwerden uns selbst belastender Gefühle schützen möchte. Dies wird zur Zerreissprobe: Wie können wir lernen, selbstreflektierter zu handeln? Wie können wir vermeiden, dass wir durch Voreiligkeit, Pauschalität oder Unterlassung selbst zum Täter oder zur Täterin werden? Wir werden nicht geboren mit einer inneren Vorstellung von uns. Stattdessen wird unser inneres Bild durch die Erfahrungen geprägt, die wir mit ersten Bezugspersonen, meistens den Eltern, machen. Wurde auf unser Sein liebevoll und akzeptierend reagiert, können wir leichter ein positives Selbstbild entwickeln. Waren die Beziehungserfahrungen entwertend oder ablehnend, fällt es uns schwer, uns selbst anzunehmen. Positive Beziehungserfahrungen sind also notwendig für unsere Fähigkeit, uns selbst und andere zu lieben, um Mitgefühl zu üben. In der Psychotherapie wird die Fähigkeit der Selbstreflexion als Introspektionsfähigkeit bezeichnet. Sie ist Ausdruck einer reifen Psyche und erlaubt uns, unsere Verhaltensmuster, Gedanken und Emotionen selbstkritisch zu betrachten, um somit Erneuerung, kreative Entwicklung und Wachstum zu ermöglichen. Verantwortung zu übernehmen, bedeutet also möglicherweise, sich diesem Prozess des Reifens und der Entwicklung zur Liebesfähigkeit hinzugeben. Dazu gehören die Wahrnehmung der eigenen Gefühle sowie das empathische Erkennen der Gefühle und Bedürfnisse anderer. Peter Grimes weist interaktionelle Schwierigkeiten auf. Er ist nicht ausreichend fähig, mit anderen zu kommunizieren, sich vertrauensvoll einzulassen sowie einen sicheren Umgang mit seinen eigenen Grenzen und Möglichkeiten zu finden. Genauso wie die anderen Akteure der Oper offenbart er Defizite in der emotionalen Kompetenz. Seine inneren Spannungen äussern sich in aggressiven Ausbrüchen und kompensatorischem Perfektionsdrang.
Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäss dem Gesetz nachgewiesen ist.
Aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, Artikel 11.1, 1948
Welche Beziehungserfahrungen erlebte Benjamin Britten, die sein Selbstbild prägten, in Bezug auf seine sexuelle Identität in einer Umgebung, die Homosexualität offen per Gesetz kriminalisierte? Geht es hier möglicherweise um ein Abbild von Homosexualität, mit dem Britten eigene homosexuelle Anteile dämonisiert? Die Stimme der Tabuisierung ist aus tiefenpsychologischer Sicht die Stimme der eigenen unerlaubten homoerotischen Gefühle, die abgewehrt oder verleugnet werden muss. In jeder gleichgeschlechtlichen freundschaftlichen Beziehung zwischen Frauen oder Männern finden wir diesen homoerotischen Aspekt, wobei es dabei keinesfalls um reine körperlich-sexuelle Annäherung geht. Die moderne Forschung weiss, dass kein Mensch rein heterosexuell oder gänzlich homosexuell sein könnte. Die Ablehnung von Homosexualität beruht auf der erlernten Annahme eines gesellschaftlichen Normativs, das auf die neurotische Abwehr homoerotischer Anteile der eigenen Psyche zurückzuführen sein könnte. Gleichzeitig zeigt sich mit einer staatlichen Liberalisierung seit wenigen Jahren ein Wandel, eine Emanzipation in theologischer Hermeneutik, Politik, sozialem und künstlerischem Leben. Es scheint, dass sich eine reifere Begegnung mit individuellen homoerotischen Anteilen bereits in einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung traditioneller Bewertungsmassstäbe spiegelt.
Vielleicht geht es in «Peter Grimes» nicht um das Urteil? Geht es Britten vielmehr um einen Aufruf zu einer bewussteren und differenzierteren Wahrnehmung? Wir müssen aushalten, dass Spannungsfelder und Ambivalenzen in dieser Welt existieren, dass Täter- und Opferanteile nebeneinander bestehen können. «Peter Grimes» könnte eine Oper sein, die uns mit der Uneindeutigkeit der menschlichen moralischen Perspektive per se belastet. Sie ruft uns in die Verantwortung, uns selbst als begrenzt zu erkennen und den eigenen moralischen Kompass zu prüfen. Sie fordert uns auf, Grundsätze des gesellschaftlichen, kulturellen und moralischen Richtspruchs in ihrem Absolutheitsanspruch zu überdenken. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage nach Homosexualität oder Heterosexualität bedeutungslos. «Peter Grimes» ist eine Oper, die mit der Betroffenheit im Angesicht der Katastrophe gegen jede Form von Liebesunfähigkeit demonstriert.
Dr. med. Marie-Thérèse Heinz Fachärztin
für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie, Psychotraumatologie
Seite 34–35:
Wehrmedizin und Wehrpharmazie - 2022-4
Beta Verlag und Marketinggesellschaft mbH
veröffentlicht am 28. Dezember 2022
Pilotprojekt „Psychosomatische Versorgung in der Truppenarztsprechstunde“ – ein Erfahrungsbericht
20.03.2023 Truppenarzt - M.-T. Heinz
Einleitung
In der truppenärztlichen Sprechstunde herrscht analog zu den Verhältnissen im Zivilen ein hoher psychosomatischer Behandlungsbedarf. Lange Wartezeiten auf Therapieplätze, begleitende Statusvergaben „Kzh“ sowie Chronifizierungstendenzen psychischer Erkrankungen führen zu erhöhten Anforderungen an Frustrationstoleranz von betroffenen SoldatInnen und deren psychosozialem Umfeld und beeinflussen nicht zuletzt die Leistungsfähigkeit der Truppenstärke.
Die fachärztliche Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen in der Bundeswehr erfolgt derzeit ausschließlich über die Wehrpsychiatrien. Zur Erfüllung des flächendeckenden psychotherapeutischen Behandlungsauftrages wird dazu ergänzend mit entsprechendem Kostenfaktor an zivile PsychotherapeutInnen überwiesen. Dabei werden die wehrdiensteigentümlichen Besonderheiten des Dienstalltages und der Lebensrealität von psychisch erkrankten SoldatInnen nicht immer ausreichend berücksichtigt.
Zur Deckung des psychotherapeutischen Behandlungsbedarfs wird hier ein erster Erfahrungsbericht aus der psychosomatischen Erstversorgung im Rahmen der truppenärztlichen Sprechstunde zur Verfügung gestellt. Es wird eine Aussicht vermittelt, warum die strukturelle Integration der psychotherapeutischen Versorgung in der truppenärztlichen Sprechstunde bedeutungsvoll erscheint.
Art und Weise der Versorgung
Epidemiologische Daten zeigen, dass 20–25 % aller BundeswehrsoldatInnen an psychischen Erkrankungen leiden. Die Behandlungsquote von 10–20 % zeigt dabei, dass der Verbesserung der Versorgungsstruktur und Aufklärungsarbeit der Truppe eine besondere Rolle zukommt. Schlüsselfunktion nehmen dabei in Diagnostik, Therapie und Prävention die regionalen Sanitätseinrichtungen als Träger des ambulanten wehrmedizinischen Versorgungssystems ein. Diese Erfahrungen decken sich mit den Datenerhebungen aus dem zivilen Bereich. Dabei liegt die Zwölfmonatsprävalenz für eine psychische Störung bei 33 %.
Um diesem Versorgungsbedarf gerecht zu werden, wurde im Rahmen einer sechsmonatigen Wehrübung im Sanitätsversorgungszentrum (SanVersZ) Koblenz ein entsprechendes psychosomatisches Therapieangebot mit tiefenpsychologischem Behandlungsschwerpunkt eingerichtet.
Dabei konnten erste Erfahrungen im Umgang mit psychosomatischen PatientInnen in der truppenärztlichen Sprechstunde gesammelt werden.
Im Vordergrund stand die akute Versorgung psychischer und psychosomatisch bedingter Symptome von SoldatInnen aus dem gesamten Spektrum der psychosomatischen Medizin, wozu insbesondere Belastungsstörungen und Traumafolgestörungen, affektive Störungen, chronische Schmerzstörungen, somatoforme Störungen, Angststörungen, Essstörungen und Psychosomatosen gehören. Der Behandlungszeitraum von sechs Monaten entsprach dabei dem Umfang einer ambulanten Kurzzeittherapie mit 12–24 Behandlungseinheiten á 50 Min. Zusätzlich wurde eine tiefenpsychologische Gruppentherapie einmal pro Woche über 90 Min. angeboten.
Ziel der Behandlung waren u. a.: Durchführung akuter Kriseninterventionen (á 4–5 Behandlungseinheiten), Entlastung und Koordination im Umgang von Suizidalität; indikationsspezifische Fokal- und Kurzzeittherapien sowie die Überbrückung von Wartezeiten bis eine Langzeittherapie über zivile TherapeutInnen gewährleistet werden konnte. Zudem Einleitung der Stabilisierungsphase im Hinblick auf die Überführung in eine langfristige Traumatherapie, Paar- und Familientherapeutische Gespräche und Angehörigenarbeit sowie die Durchführung diagnostischer Erstgespräche, um eine bedarfsgerechte adaptive Indikationsstellung zu gewährleisten. Dabei wurden allgemeine und supportive Maßnahmen sowie störungsspezifische Interventionen mit psychodynamischen Behandlungsschwerpunkt eingesetzt.
Die Schnittstellenarbeit zwischen tragenden Organen des psychosozialen Netzwerks (Sozialdienst, Wehrpsychiatrie, Militärseelsorge) insbesondere aber auch der ambulanten zivilen Versorgungseinrichtungen gestaltete sich hier ebenso als zentral. So konnte ein bestehendes Netzwerk ausgebaut und der Dialog zu zivilen Versorgungsträgern im standortnahen Umfeld gefördert, Vorurteile und Berührungsängste der zivilen KollegInnen gegenüber dem militärischen Umfeld relativiert werden. Es zeigte sich hier nicht zuletzt die zentrale Rolle der engagierten MitarbeiterInnen aus dem Bereich der Heilfürsorge im SanVersZ Koblenz, welche die Hindernisse der Versorgungsstruktur gezielt abbauen und – u. a. durch Beratung ziviler TherapeutInnen in Abrechnungsfragen, Monitoring freier Behandlungsplätze sowie Zusammenführen von Informationen stationärer indikationsgerechter Leistungsträger – in erheblichem Maß zur Optimierung der Prozessqualität psychotherapeutischer Versorgung beitragen.
In der Zusammenschau ist davon auszugehen, dass sich das Versorgungsangebot einer psychotherapeutischen Sprechstunde am Standort unmittelbar positiv auf die Dienst- und Verwendungsfähigkeit von SoldatInnen auswirkt und damit einen erheblichen Beitrag zur Einsatzfähigkeit der Bundeswehr liefert. So konnten die Hälfte der PatientInnen (n=30) im relativ kurzen Beobachtungszeitraum einer Sechsmonatskohorte wieder in den Dienstbetrieb integriert werden. Bei anderen KameradInnen, wo dies noch nicht erreicht wurde, war es möglich, strukturelle krankheitsaufrechterhaltende Faktoren zu identifiziert und perspektivisch mittelfristige Lösungswege auch im truppendienstlichen Dialog aufzuzeigen.
Diskussion
Zu diskutieren gilt, inwieweit die Identität als Sanitätsoffizier dabei auch unter psychodynamischen Gesichtspunkten betrachtet werden muss. Ein tragfähiger Beziehungsaufbau im Sinne einer „helping alliance“ ist hier wesentlich. Der therapeutisch tätige Sanitätsoffizier nimmt damit auch eine repräsentative Funktion im Rahmen des Fürsorgeauftrags des Dienstherrn ein und sichert den Beziehungserhalt zum Arbeitgeber Bundeswehr. Haltung und Werteverständnis aus dem Leitbild des Zentralen Sanitätsdienstes sowie dem Konzept der Inneren Führung, entspricht dem Menschenbild und Therapieverständnis der psychosomatischen Arzt-Patienten-Beziehung und kann als Wirkfaktor genutzt werden.
Der allgemeine Dienstalltag setzt strukturelle Anforderungen an das Funktionsniveau sowie die körperliche und seelische Belastungsfähigkeit von SoldatInnen voraus (z. B. Leben in der militärischer Gemeinschaft, soziales Miteinander, Fähigkeit zu Adaptionsprozessen an wechselnde geographische, soziale und körperliche Anforderungen, Integration in wechselnde Beziehungsstrukturen). Bei der therapeutischen Arbeit mit SoldatInnen handelt es sich daher um ein vorselektiertes Patientenklientel, welches sich im Hinblick auf Funktionsniveau, Motivation, Compliance und Ressourcenreichtum in besonderem Maße für eine gesprächspsychotherapeutische Arbeit eignet. Der Chronifizierungsneigung von psychischen Erkrankungen, steht dabei grundsätzlich ein guter prognostischer Verlauf bei zeit- und fachgerechter Behandlung entgegen.
Schluss
In der truppenärztlichen Sprechstunde herrscht analog zu den Verhältnissen im Zivilen ein hoher psychosomatischer Behandlungsbedarf. Dabei sind die besonderen Anforderungen und Bedingungen des Dienstes, die durch äußere Vorgaben entstehen, im besonderen Maß zu berücksichtigen. Die Selektion der Patientengruppe (Alter, Strukturniveau, Funktionsfähigkeit durch Anforderungen an die allgemeine Dienst- und Verwendungsfähigkeit, vorselektive Auswahlverfahren, Musterung, etc.) die uns durch die Anforderungen des Dienstbetriebes in der truppenärztlichen Sprechstunde begegnet, entspricht der Zielgruppe für eine Gesprächspsychotherapie.
Spezielle Ressourcen von SoldatInnen können dabei therapeutisch genutzt werden und erfordern eine entsprechende Vorbildung des therapeutischen Behandlungspersonals. Bei grundsätzlich guter Prognose psychosomatischer Erkrankungen ergibt sich hier ein flächendeckender Behandlungsbedarf insbesondere auch im ambulanten Bereich. Die gezielte Integration von PsychotherapeutInnen in das psychosoziale Netzwerk der Standorte könnte vielversprechende Perspektiven bieten. Derzeit erfolgt die Psychotherapie gerade im ambulanten Bereich häufig durch zivile psychologische und ärztliche PsychotherapeutInnen. Eine enge Zusammenarbeit, im Sinne von Kommunikation, indikationsgerechter adaptiver Zuweisung und wehrmedizinische Kooperation hat sich dabei als besonders patientenfreundlich erwiesen. Dabei können die spezifischen Stärken der Struktur- und Prozessqualität des militärischen Versorgungssystems der Bundeswehr (beispielsweise Zugänglichkeit der psychopharmakologischen Behandlung durch Apotheke vor Ort, Funktionsdiagnostik, Besonderheiten der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung) gezielt für eine optimale Versorgung von PatientInnen genutzt werden. In der Zusammenschau ist davon auszugehen, dass sich das Versorgungsangebot einer psychotherapeutischen Sprechstunde am Standort unmittelbar positiv auf die Dienst- und Verwendungsfähigkeit von SoldatInnen auswirkt. Erste Erfahrungen konnten dabei im Rahmen einer Sechsmonatskohorte am SanVersZ Koblenz gewonnen werden.
Für eine zukünftige flächendeckendere Infrastruktur wären Konzeptualisierungen auch mit Rücksicht auf Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität psychotherapeutischer Versorgung in der Truppenarztsprechstunde denkbar zielführend.
Im Rahmen von strukturellen Therapiekonzepten und Präventionsprogrammen sind psychodynamische Betrachtungen im Hinblick auf Korrelation von Konflikt- und Strukturmerkmalen, Bindungs- und Beziehungsaspekten sowie Krankheitsverarbeitung, Krankheitseinsicht und Abwehr bei Soldatinnen und Soldaten interessant und richtungsweisend.







